Sportlich, stylisch, startklar - schon beim Auspacken der Nike+ SportWatch GPS wird klar, dass hier der Spaß und einfaches Handling im Vordergrund steht. Just do it - dieser (angeblich seit 1988 bestehende) Satz steht seit vielen Jahre für die Marke mit dem Swoosh. Just do it, das gilt auch für sie SportWatch: Auspacken, anschalten, Spaß haben.
Ist die 66 Gramm leichte Uhr, die in Zusammenarbeit mit dem "Navi"-Hersteller TomTom enstand, aus der ebenfalls sehr schicken Verpackung (man könnte meinen Apple war hier Pate) befreit, kann man eigentlich schon fast loslegen. Ich bin neugierig und stecke die SportWatch erst einmal an den Rechner an. Der USB-Stecker befindet sich direkt im Armband unter einem kleinen Schutz der direkt im Armband eingeklickt wird. Über die USB-Buchse holt sich die Uhr auch den Ladestrom. Dadurch ist es auch schwierig zu messen, wie lange die SportWatch durchhält. Laut Hersteller sind 9 Stunden im aktiven GPS-Empfang möglich.
Steckt man die Uhr an die USB-Buchse des Rechners und hat man die passende Software aus dem Internet (Download: http://nikerunning.nike.com/nikeos/p/nikeplus/de_DE/support#/nike-sportwatch) auf dem Rechner installiert, öffnet sich umgehend das Hilfsprogramm nike+ Connect. Wichtig: Einstellungen an der Uhr werden direkt am Computer über das Programm vorgenommen. Auch das Zurücksetzen, Aufspielen von GPS-Infos und neuer Firmware geht über die Schaltzentrale nike+ Connect. Nach dem Einloggen mit dem vorhandenen oder neu erstellten nike+Account, der Gewichtseinstellung (wird zur Berechnung des Kalorienverbrauchs benötigt) und der Einstellung der Maßeinheit, wage ich mich nun erst einmal raus.
Die Verbindung mit dem Shoepod (im Lieferumfang) geht ebenso flott wie das Koppeln mit dem "Polar Wearlink+"-Brustgurt zur Messung der Herzfrequenz. Die Suche nach den Satelliten ist schnell beendet, spielte aber bei meinem ersten Test keine Rolle. Den, wer wie ich, den Fehler macht und die Suche mit der Bestätigung des "Quickstarts" abbricht, der muss während des kompletten Laufs auf die Aufzeichnung der Strecke verzichten. Leider sucht die Uhr dann nicht weiter nach den Signalen und misst die Daten über den Chip im Schuh. Kleiner Tipp: Nike-Schuhe haben eine Aussparung unter der Einlage des linken Schuhs. Wer nicht mit nike-Schuhen unterwegs ist, der kann zu Haltesystemen anderer Hersteller zurückgreifen. Die GPS-lose Messung ist die Versicherung, dass man die Uhr dann auch auf dem Laufband benutzen kann. Auch draußen spielt der gekoppelte Chip im Schuh eine Rolle, wenn während des Laufs einmal der GPS-Empfang ausfällt. Das kann vor allem im dichten Wald, in Häuserschluchten oder bei Läufen zwischen engen Bergformationen der Fall sein. Im Test war der Empfang jedoch stabil, einen Ausfall während des Laufes gab es nicht. Auf den Chip im Schuh kann also theoretisch verzichtet werden. Das die Verbindung zum Satelliten im Test nie abbrach, war es bisher auch nicht möglich zu testen wie sich die Uhr verhält (mit und ohne Chip), wenn man ohne GPS-Empfang läuft und die Uhr anschließend wieder das Signal findet.
In den Einstellungen von nike+ Connect, kann man ebenfalls einstellen, welche Infos auf dem Display während des Laufes erscheinen sollen. Ausnahme: Stellt man die Uhr auf Autolap, also eine automatische Markierung einer vorher selbst bestimmten Distanz oder bei aktivierter Intervall-Funktion. Ist keine der beiden Optionen voreingestellt, zeigt das untere Drittel des Bildschirms eine der Infos konstant während des Laufes an. Im oberen Drittel kann man während der Trainingseinheit über die seitlichen Scrolltasten zwischen den Infos wählen. Zur Auswahl stehen: aktuelle Kilometer, die Trainingszeit, zurückgelegte Distanz, Kalorienverbrauch, aktuelle Pace, Durchschnittspace, Herzfrequenz (nur bei gekoppelten Polar Wearlink+nike) und die Uhrzeit.
Wer selbst Runden markieren will, der muss vorher in nike+ Connect die manuelle Rundenfunktion aktivieren. In der Trainingseinheit kann man dann, mit einem leichten "Schlag" auf das Display der Uhr, individuell Runden kennzeichnen.
Mit einem Klick auf die gelbe Start/Stop-Taste pausiert man die Datenaufnahme. Ebenso kann man nun den Lauf beenden oder natürlich fortsetzen. Ich beende meinen Lauf und bekomme erst einmal ein "Good Job" von der Uhr angezeigt. Nach der kurzen Animation schmettert mir die Uhr auch schon die Daten des letzten Laufs entgegen. Die Daten der letzten Läufe können ebenfalls in der History-Funktion angesehen werden. Hier stehen die letzten Läufe zur Auswahl. Wie viele "letzte Läufe" angezeigt werden (angeblich speichert sie bis zu 50 Läufe), bevor die Uhr ausmistet und die ältesten selbständig löscht, kann ich zu jetzigen Zeitpunkt noch nicht sagen. Der Langzeittest wird es aber sich zeigen.
Auch eine schöne Funktion: die Rekorde. Unter dem Menüpunkt "Records" sind die Gesamtkilometer zu sehen. Diese synchronisieren sich bei dem ersten Koppeln mit der Nikeplattform selbständig, so dass Läufe die mit dem Sportband oder der iPhone-App in dieser Statistik mit einbezogen werden. Ebenso werden angezeigt: Schnellster Meile, schnellster Kilometer, schnellste 5k, schnellste 10k und der längste Lauf. Nach Beenden eines neuen Rekord-Laufs wird sofort per Animation das Pulverisieren der alten Bestmarke visualisiert. Auch schön: Bellt der innere Schweinehund mal wieder laut, erinnert einen die Uhr, dass man doch mal wieder eine Lauf starten könnte.
Wer jetzt denkt, der Funktionsumfang sorgt für eine kompliziert und undurchsichtige Menüstruktur der SportWatch, der irrt. Ein Lauf ist mit drei Klicks gestartet, ins Hauptmenü kommt man mit einem Klick auf die Scrolltasten und zu den Rekorden oder zur History sind es dann ebenfalls nur noch ein bzw. zwei Klicks.
Technisches:
- Im Inneren der Nike+ SportWatch GPS sorgt der SIRFstarIV GPS Chip für einen starken Empfang. Der Chip ist auch in den Garmin Geräten Forerunner 110 und 210 verbaut.
- laut Hersteller schafft die Uhr eine Standby-Zeit von bis zu 40 Tagen
- Die Uhr wiegt 66 Gramm
- Für eine Datenaufzeichnung mit der GPS-Funktion ist kein Schuhsensor nötig
- Auf dem Laufband kann die Uhr Daten nur per Schuhsensor verwerten.
- Der Schuhsensor kalibriert sich selbständig während des GPS-Laufs
- Der Preis liegt bei 199 Euro
Bisheriges Fazit:
Positiv:
- die Uhr hat Style und liegt bequem am Handgelenk
- das GPS-Signal ist schnell verfügbar und stabil
- der Funktionsumfang ist ausreichend
- die Uhr ist quasi selbsterklärend, die Bedienung sitzt nach wenigen Minuten
Negativ:
- Keine Messung der Schrittfrequenz
- Uhr ist nur mit der Nike+Plattform im Internet kompatibel
- Keine Einstellmöglichkeiten an der Uhr, Setup nur über nike+Connect möglich
Ob die Uhr auch auf längere Zeit eine echte Alternative zu den bekannten GPS-Messern ist, werde ich am Ende der Testphase in den Blog schreiben. Auch ein genauer Blicka uf die Einzelfeatures werde ich von Zeit zu Zeit online stellen. Wer Fragen hat, der kann sich gerne per Mail, Facebook oder Twitter bei mir melden.